Geschichte
Katholische Landjugend Holtwick – die Anfänge
Im Jahre 1949 kam es in Holtwick zur Gründung einer KLJB-Ortsgruppe. Sie entstand aus einer lockeren Runde von heimgekehrten jungen Soldaten. Treffpunkt war bei Uppenkamp im Hegerort, wo die Abende mit Singen, klönen und Kartenspielen zugebracht wurden. Angesprochen vom Holtwicker Kaplan Niebrügge, reifte die Idee, eine Landjugendgruppe zu gründen. So fuhren ´49 einige Holtwicker zum Kolpinghaus nach Coesfeld. Dort fand ein Treffen des sich im Aufbau befindlichen KLJB-Verbandes statt. Die Organisatoren, unter anderem Prälat Wissing aus Coesfeld, informierten die Besucher über die Ziele und die Struktur des Verbandes. In Coesfeld und Billerbeck bestanden schon Ortsgruppen, in anderen Orten waren die Gründungen in der Vorbereitung. Nun gründete sich aus dem Treffen die Landjugend Holtwick.
Gründungsmitglieder waren:
Wilhelm Uppenkamp
Wilhelm Backensfeld
Klemens Bronstering
Leo Heidemann
Hubert Kortbus
Josef Niehoff
Karl Niehoff
Karl Roling
Heinrich Schemmer
Erster Präses der Landjugend wurde Kaplan Niebrügge und zum ersten Vorsitzenden wurde Wilhelm Uppenkamp gewählt. Ebenfalls im Jahr ´49 gründeten einige Mädchen eine weibliche Ortsgruppe der KLJB und wählten Änne Uppenkamp zu ihrer ersten Vorsitzenden. Zuvor hatten sich diese Mädchen zu lockeren Gesprächsrunden auf Höfen im Brock getroffen. Zu dieser Zeit gab es im Bereich Holtwick/Gescher schon eine Ortsgruppe der Westfälisch-Lippischen Landjugend, WLL, die als konfessionslose, direkte Nachwuchs-Organisation des Bauernverbandes schon 1947 entstanden war. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Backensfeld aus Holtwick. Im Münsterland setzte sich in den frühen 50er Jahren die KLJB in fast allen Orten durch. Dies auch aufgrund der massiven Unterstützung durch die katholische Kirche, z.B. durch Pfarrer und Kapläne vorort. Hier ist auch unbedingt Heinrich Tenhumberg zu nennen, der lange vor seiner Zeit als Bischof, als Diözesanpräses viel für den Aufbau der Katholischen Landjugend in der Diözese Münster getan hat.
Nichtsdestotrotz existiert die WLL in Ostwestfalen und Lippe auch heute noch, und KLJB und WLL arbeiten gemeinsam mit EJL (Evangelische Jugend) und VLF (Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen) im Ring der Landjugend an agrarpolitischen und gesellschaftspolitischen Fragen.
Zurück zur Ortsgruppe Holtwick. Das Programm der KLJB wurde dahingehend erweitert, daß neben den lockeren Abenden nun zu den Heimabenden auch Referenten eingeladen wurden. So machten sich Lehrer und Kapläne um die Fortbildung der Landjugendlichen verdient, indem sie Vorträge hielten oder zu Diskussionsrunden bereitstanden. Diese Heimabende fanden auf den Höfen der Mitglieder statt. Als Versammlungsraum diente die Diele oder auch mal die Tenne. In späteren Jahren wurden die Heimabende nach Münstermann verlegt. Die Mitgliederwerbung stellte sich in der ersten Zeit recht schwierig dar. Der Grund hierfür lag zum einen darin, daß die jungen Leute nach Zwangs-HJ und BDM des dritten Reiches nicht schon wieder einem Verband beitreten wollten. Zum anderen lag es daran, daß einige von Hause aus nicht dem neuen Verband beitreten durften. Das Alter der Mitglieder lag in den ersten Jahren mehrheitlich zwischen 25 – 30 Jahren. Teilnehmer unter 20 Jahren gab es praktisch nicht.
Als größere Veranstaltung im Jahr eins der KLJB ist eine Wallfahrt zum Annaberg nach Haltern zu nennen, an der die Holtwicker bereits mit Banner teilnahmen. Weiterhin wurde am 1.Mai bei Barenbrügge ein Fest organisiert und im Herbst wurde ein Erntedankfest bei Eissing im Saal veranstaltet. Als weitere Höhepunkte der ersten Jahre ist
das Dekanatsfest in der Stadthalle Coesfeld zu nennen, sowie der Einsatz als Ordner bei der örtlichen Tierschau. Überörtliche Weiterbildungsseminare wurden auch angeboten, z.B. auf der Jugendburg Gemen (Borken).
1951 taten sich die weibliche und die männliche Landjugendgruppe zusammen, zur Katholischen Landjugend Holtwick. Dies war nur logisch, da die Jugendlichen bei Gottesdiensten, Wallfahrten, Feiern und beim Theaterspielen doch stets zusammenkamen. In dieser Form besteht die Landjugend bis heute.
Hat sich im Programm im Laufe der Zeit auch viel verändert, so ist doch das Hauptziel über die Jahre gleichgeblieben:
Gemeinsam das rechte Verhältnis zu sich selbst, seinen Mitmenschen und Gott zu finden !